Influencer-Marketing: So sprichst du die richtigen Influencer richtig an

Ein Gastbeitrag von Helen Stark (Content-Marketerin bei Ahrefs)

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Fotograf: Adam Jang | Quelle: Unsplash

Die Zusammenarbeit mit Top-Bloggern und Influencern in Nischen ist eine der lohnendsten Marketing-Taktiken. Doch Influencer und Blogger zu kontaktieren, ist unglaublich schwierig und zeitaufwendig.

Angesichts der wachsenden Zahl von AdBlock-Nutzern wird Influencer-Marketing zu einer der effektivsten Möglichkeiten, deine Produkte und Dienstleistungen bekannt zu machen.

Das bekommst du:

  • Einen direkten Zugang zur Zielgruppe. Influencer haben eine große und loyale Zielgruppe. Wenn dein Unternehmen noch relativ klein ist und du keine riesige Reichweite hast, kann es eine perfekte Opportunity sein, Influencer und ihre Zielgruppe zu erreichen und deine Nachricht an mehr Menschen zu bringen.
  • Das Vertrauen der Verbraucher. 70 % der Menschen sagen, dass sie den Bewertungen anderer Menschen mehr vertrauen als Werbung. Persönliche Empfehlungen von Influencern funktionieren für Unternehmen besser.
  • Einen Schub für SEO und Traffic. Wenn du Influencer dazu bringen kannst, auf deine Inhalte zu verlinken oder deine Marke und dein Produkt in ihren Blogbeiträgen oder Tweets zu erwähnen, hilft dir das dabei, deine Rankings und Traffic-Zahlen zu verbessern.

Schauen wir uns die Schritte an, mit denen du Influencer im großen Maßstab finden und kontaktieren kannst.


1. Potenzielle Kontakte prüfen

Bevor du Influencer kontaktierst, ist die Suche nach den richtigen bereits die halbe Miete. Betrachte sie als deine Zielgruppe: Sie sollten in einer ähnlichen Nische aktiv sein und sich zumindest teilweise für dein Angebot interessieren. Vergiss die berüchtigte „Spray-and-Pray“-Taktik, die dich direkt im Spam-Ordner landen lässt.

Wenn du deine Inhalte bewirbst, kannst du dir Folgendes ansehen:

  • Blogger, die einen Artikel zum selben oder einem eng verwandten Thema verfasst haben
  • Blogger, die auf Artikel zum selben oder einem eng verwandten Thema verlinkt haben
  • Blogger, die einen Artikel zum selben oder einem eng verwandten Thema getwittert oder geteilt haben

Die obige Liste ist dein Ausgangspunkt für die Kontaktaufnahme – keine Liste mit „Ausreden für Outreach“. Wenn du Influencer mit einer E-Mail kontaktieren würdest, in der steht: „Ich schreibe dir, weil du über dasselbe Thema getwittert/einen Artikel dazu verfasst hast“, wäre das die schlechteste Outreach-Ausrede überhaupt. Auch damit kann deine E-Mail im Spam-Ordner landen.

Ein weiterer Punkt, den du hier prüfen solltest, ist die Bedeutung der Influencer, die du in deiner Nische findest. Üblicherweise gibt es drei Kategorien:

  • Haie: die Berühmtheiten der Nische, die größten Player im Spiel – etwa Gary Vaynerchuk im Startup-Bereich oder Gordon Ramsay in der Lebensmittelbranche.
  • Große Fische: nicht so berühmt wie die Haie, aber dennoch mit viel Autorität und einer starken Präsenz in deiner Zielgruppe.
  • Kleine Fische: Sie haben eine relativ kleine Zielgruppe und genießen in deiner Nische nur wenig Bekanntheit.
Drei verschiedene Haie unter Wasser
Fotograf: Jake Gaviola | Quelle: Unsplash

Haie zu kontaktieren, mag vielversprechend wirken, aber normalerweise ist es schwierig, ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, wenn du ihnen nicht etwas Außergewöhnliches bietest. Kleine Fische sind dagegen leichter zugänglich – mit dem Ergebnis bist du möglicherweise trotzdem nicht zufrieden.


2. Influencer recherchieren

Hier findest du einige Anlaufstellen, um gute potenzielle Kontakte für dein Influencer-Outreach zu finden:

  • Zusammengestellte Listen: „Die besten Ratschläge von mehr als 40 Marketingexperten“ oder „32 SEOs teilen ihre Geheimnisse …“ Wir alle kennen diese Art von Inhalten. Beginne deine Recherche hier, um eine Grundlage aus den wichtigsten Influencern deiner Nische zusammenzustellen.
  • Konferenzsprecher: eine großartige Quelle, um Influencer aus allen Bereichen der digitalen Welt oder aus der Business-Nische zu finden. Auf den Websites von Konferenzen gibt es normalerweise einen Bereich, in dem alle Sprecher aufgeführt sind. Du musst nur noch deine besten Kontakte für die Ansprache herausfiltern.
  • Influencer-Plattformen: Da Influencer-Marketing heutzutage ein riesiger Trend ist, gibt es zahlreiche Influencer-Plattformen und Marktplätze, über die sich Marken und Influencer aus ihrer Nische mit wenigen Klicks verbinden lassen. YouTube hat zum Beispiel eine Famebit-Plattform, die genau diesem Zweck dient.

Wie findest du solche potenziellen Kontakte ganz einfach? Beginne mit dem guten alten Google. Denke an Keywords, die du für deine Inhalte verwendet hast oder zur Bewerbung deines Produkts verwenden könntest, und gib sie in das Suchfeld ein. Wenn du nach zusammengestellten Listen suchst, verwende Keywords wie „top [deine Nische] Experten“ oder „beste [deine Nische] Blogs“.

Wenn du nach potenziellen Kontakten suchst, die Artikel zu einem ähnlichen Thema erstellt haben, gib deine Keywords in die Suchleiste ein und prüfe ihre Autoren.

Nutze den Tab „Tools“, um die Ergebnisliste einzugrenzen und sicherzustellen, dass du frische potenzielle Kontakte anschreibst. Mit der SEO-Erweiterung von Ahrefs kannst du die Datei mit den Ergebnissen herunterladen und sie in einer Tabelle verwenden.

Ein Screenshot, der zeigt, wie sich die Zeit für die Suche nach Ergebnissen verkürzen lässt, wenn du Influencer kontaktieren möchtest

Du kannst auch auf Twitter oder Facebook nach potenziellen Kontakten suchen, die Artikel zu denselben Themen getwittert haben. Aber denk daran: Umfragen zeigen, dass 6 von 10 Menschen sich nicht die Mühe machen, die Artikel zu lesen, die sie in Social Media teilen. Es kann also ein Prozess sein, aus Hunderten bedeutungslosen Tweets die besten Ergebnisse herauszupicken – trotzdem kann es sich lohnen.


3. Die Outreach-E-Mail vorbereiten

Deine Outreach-E-Mail sollte einige wichtige Punkte enthalten:

  • Gib den Leuten alle wichtigen Informationen zu deinem Ziel – aber kurz –, und erzähl ihnen ausdrücklich von deinem Produkt
  • Erkläre, was für sie dabei herausspringt. Warum sollten sie dein Produkt ausprobieren, sich deinen Service ansehen, deinen Artikel lesen und so weiter?

Influencer interessieren sich normalerweise nicht für deine „ähnlichen“ Artikel, denn sie brauchen keinen weiteren davon. Was sie interessieren würde, wäre aber der ultimative Leitfaden zu einem Thema. Oder ein Artikel, der eine völlig andere Perspektive zeigt oder eine einzigartige Fallstudie dazu bietet. Wenn du Influencern einen guten Grund gibst, sich für deine Inhalte oder dein Produkt zu interessieren, wird der ROI deiner Outreach-Aktivitäten deine Erwartungen übertreffen.

Natürlich wäre es ziemlich frustrierend, für jeden neuen Influencer eine neue E-Mail zu verfassen. Deshalb empfiehlt es sich, eine kurze Vorlage zu haben, die du vor dem Versand personalisierst. Wirf einen kurzen Blick auf die Social-Media-Accounts der jeweiligen Person und lies ihre Blogs. So bekommst du ein Gefühl für persönliche Vorlieben oder Interessen, die du in deiner E-Mail erwähnen kannst, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Ein weiterer Punkt ist deine Betreffzeile. Sie sollte kurz, attraktiv und auf den Punkt gebracht sein. Normalerweise reicht es aus, einfach den Titel des Artikels zu erwähnen. Teste aber auch kreativere Betreffzeilen, um herauszufinden, was für dich am besten funktioniert.


4. E-Mail-Adressen finden

All deine Outreach-Bemühungen können umsonst sein, wenn du nicht die richtige E-Mail-Adresse für deinen potenziellen Kontakt hast. Andernfalls können deine E-Mails hier landen:

Ein Screenshot, der einen Mailer Daemon mit dem Fehler „Adresse nicht gefunden“ zeigt

Eine Möglichkeit, das zu verhindern, ist die Recherche nach E-Mail-Adressen. Manche Influencer geben ihre E-Mail-Adresse auf ihrer Website im Bereich Kontakt offen an. In den meisten Fällen wirst du jedoch spezielle Tools benötigen, um die Adresse zu finden.

Die Clearbit-Connect-Erweiterung für Gmail ist ein großartiges Tool, mit dem du die E-Mail-Adressen fast aller Personen finden kannst, die mit einer bestimmten Domain verbunden sind.

Nutze anschließend die LinkedIn-Sales-Navigator-Erweiterung, um sicherzustellen, dass die Adresse noch aktiv ist. Wenn die E-Mail-Adresse mit einem LinkedIn-Account verbunden ist, zeigt dir das Tool das Profil der Person an.

Du kannst auch direkt auf LinkedIn nach der E-Mail-Adresse suchen. Nutze die ContactOut-Erweiterung, die dir die mit der persönlichen Seite eines potenziellen Kontakts verknüpfte Adresse anzeigen kann.

Ein Screenshot der ContactOut-Erweiterung für LinkedIn, mit der du Influencer kontaktieren kannst

Vergiss nicht, den Tab „Kontaktinformationen anzeigen“ oder die Beschreibung zu prüfen. Manche Influencer hinterlassen ihre Adresse in diesen Bereichen.

Wenn du weitere Tipps zum Finden der E-Mail-Adressen deiner potenziellen Kontakte brauchst, haben wir hier ein kurzes Video für dich:


5. Ein paar Worte zu Follow-ups

Laut einer Studie von Yesware liegt die Wahrscheinlichkeit, auf deine zweite Follow-up-E-Mail eine Antwort zu bekommen, bei 21 %. Das ist eine ziemlich gute Zahl. Du kannst deine Chancen auf eine Antwort des Influencers erhöhen, indem du eine nette und kurze Follow-up-E-Mail sendest. Geh nicht zu sehr ins Detail. Frag einfach, ob die Person deine vorherige E-Mail bekommen hat und was sie davon hält.

Die meisten Antworten auf die erste E-Mail kommen noch am selben Tag, an dem du sie gesendet hast. Wenn du also keine Antwort bekommst, ist es eine gute Idee, nachzufassen. Die empfohlene Wartezeit für eine Follow-up-E-Mail beträgt zwei bis drei Tage. So gibst du dem Influencer genug Zeit, die E-Mail zu prüfen, ohne dass sie zu lange aufgeschoben wird.

Bombardiere deine potenziellen Kunden nicht mit zu vielen Follow-ups. Eine Follow-up-E-Mail sollte reichen – du willst nicht, dass deine potenziellen Kunden das Gefühl bekommen, dass du ihnen hinterherläufst.


6. Ergebnisse analysieren

Deine Mühe ist umsonst, wenn du die Analyse überspringst und die Ergebnisse nicht verfolgst. Nutze Buzzstream, um alle E-Mail-Sequenzen organisiert zu halten und ihre Leistung zu verfolgen.

Du kannst im Dashboard Vorlagen dafür erstellen, wie du Influencer kontaktierst, oder deine eigenen Vorlagen hochladen. Außerdem kannst du Öffnungen und Antworten auf diese E-Mail-Sequenzen verfolgen.

Ein Screenshot von Buzzstream, der die Erstellung einer Vorlage zeigt

Du kannst auch verschiedene E-Mail-Vorlagen mit unterschiedlichen Betreffzeilen erstellen, ihre Leistung vergleichen und herausfinden, welche Vorlage am besten zu deinen Zielen passt.


7. Influencer automatisiert kontaktieren

Damit du in Zukunft schneller und einfacher potenzielle Kontakte für deine Outreach-Aktivitäten findest, kannst du automatische Benachrichtigungen einrichten. Google Alerts hilft dir dabei.

Gib die Keywords ein, die du automatisch überwachen möchtest, und richte anschließend die E-Mail-Adresse ein, an die Benachrichtigungen gesendet werden, wenn jemand dieses Keyword im Web erwähnt. Lege die Häufigkeit der Alerts, die Sprache der Ergebnisse und die Region fest. Das ist besonders für lokale Unternehmen hilfreich.

Ein Screenshot von Google Alerts


8. Das Wichtigste zum Schluss

Der Hauptzweck deiner Kontaktaufnahme mit Influencern besteht darin, dass mehr Menschen deine Marke kennen und über sie sprechen oder auf deine Inhalte verlinken. In beiden Fällen ist dein oberstes Ziel, mehr Leads zu gewinnen und mehr Verkäufe zu erzielen.

Das war noch nie eine einfache Aktivität. Aber sie zahlt sich definitiv aus. Die wichtigsten Dinge, die du beim Aufsetzen deiner Influencer-Outreach-Kampagne beachten solltest:

  • Erfahre mehr über deine potenziellen Kunden
  • Personalisiere deine E-Mails und gib ihnen das gewisse Etwas, um Aufmerksamkeit zu erregen
  • Vergiss nicht, nachzufassen, aber lauf den Leuten nicht hinterher
  • Verfolge den Fortschritt und lerne aus deinen Fehlern

Mit diesen einfachen Regeln wirst du die Kontaktaufnahme schon bald beherrschen und viele loyale Verbindungen zu Bloggern und Kunden aufbauen.

Ein wenig über Helen:
Helen ist Content-Marketerin bei Ahrefs. Sie entdeckt jeden Tag neue Dinge, um ihre Leser mit packenden Geschichten zu begeistern. Abgesehen von all dem Marketing-Kram liebt Helen es, Rockmusik zu hören, zu lesen und zu reisen. Sehr viel zu reisen! Du kannst Helen gerne auf Twitter folgen.

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